Bestandsstützung Luchs

Projekt der Stiftung Natur und Umwelt im Pfälzerwald
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Projekthintergrund
Im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen wurde im Rahmen des LIFE-Luchs-Wiederansiedlungsprojekts eine junge Luchspopulation mit rund 20 Individuen aufgebaut. Nach einem anfänglich positiven Trend zeigt die Population inzwischen eine stagnierende Dynamik, die eine Herausforderung für ihren langfristigen Erhalt darstellt. Gründe dafür sind unter anderem Zufallseinflüsse, wie der frühe Ausfall und die fehlende Reproduktion ausgewilderter Weibchen sowie wiederholt beobachtete Inzuchtverpaarungen. 

Habitatmodellierungen zufolge bietet der Lebensraum unverändert ein Potenzial für bis zu 45 adulte Luchse. In 2026 startet mit dem Kooperationsprojekt der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz und der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft ein Projekt zur Sicherung und dem Ausbau der genetischen Diversität der Luchspopulation im Biosphärenreservat Pfälzerwald-Nordvogesen.

Zur Stabilisierung der genetischen Diversität werden ab 2026 in den nächsten 5 Jahren möglichst jährlich ein bis zwei genetisch geeignete Luchse in die rheinland-pfälzische Population ausgewildert. Die Tiere stammen beispielsweise aus dem Zuchtprogramm der European Association of Zoos and Aquariums (EAZA) in Kooperation mit dem Netzwerk Linking Lynx, oder aus genetisch geeigneten Wildpopulationen. Ihre Integration und Reproduktion werden mittels Telemetrie und genetischem Monitoring evaluiert. Nach 5 Jahren findet eine Evaluation statt. Besteht der weitere Bedarf die genetische Diversität zu sichern, kann das Projekt um weitere 10 Jahre weitergeführt werden. Das Projekt wird in Kooperation zwischen Stiftung Natur und Umwelt RLP und dem Koordinationszentrum Luchs und Wolf (KLUWO, ansässig bei der FAWF/Landesforsten) durchgeführt.

Projektziele
   - Gezielte Auswilderung zur Erhöhung der genetischen Vielfalt innerhalb der Population
   - Identifikation und Dokumentation von Wurfplätzen
   - Genetisches Monitoring: Systematische Probenahme und Laborauswertung (Verwandtschaft, Diversität) zur Steuerung weiterer Auswilderungen
   - Verbesserung des Erhaltungszustands gemäß FFH-Richtlinie

Monitoring
Die Überwachung, Dokumentation und Erfolgskontrolle der Bestandsstützung erfolgen durch ein genetisches Monitoring. Dafür werden systematisch Losungen, Haare und Gewebeproben gesammelt und analysiert, um Aussagen zur genetischen Diversität und zu Verwandtschaftsverhältnissen zu gewinnen. Ergänzend werden Wurfplätze systematisch gesucht und dokumentiert. Dies erfolgt mithilfe Telemetrie-gestützter Standortanalysen besenderter Weibchen und durch den Einsatz von Wildkameras. Auf Basis dieser Daten wird das Projekt alle fünf Jahre evaluiert, um den Erfolg der Maßnahmen und gegebenenfalls Anpassungen vorzunehmen.

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