Collage: Arten der Moore

Arten im Moor

Im Moor sind neben den etwa 20 verschiedenen Torfmoosen auch Moosbeeren, verschiedene Wollgräser und der Rundblättrige Sonnentau, sowie zahlreiche Libellenarten wie die Zweigestreifte Quelljungfer heimisch. Eine Auswahl einiger Arten bietet Ihnen die untenstehende Liste, die beim Anklicken weitere Informationen bereithält.

Pflanzen im Moor

Gewöhnliche Moosbeere (Vaccinium oxycoccos)

Die Moosbeere ist ein Zwergstrauch, der nur wenige Zentimeter hoch wird. Sie bildet dünne Ausläufer, mit denen sie weit über die Torfmoospolster kriechen und sich so ausbreiten kann. Die ab August erscheinenden Früchte sind anfangs weiß-rot, später rot und etwa so dick wie Johannisbeeren. Essbar sind sie auch, schmecken aber sauer.

Schon seit Jahrhunderten wird die Moosbeere wegen ihrer vielfältigen Heilkräfte medizinisch genutzt. Zum Schutz der Moore sollte das Sammeln der streng geschützten Pflanzen heutzutage aber unbedingt unterlassen werden.

Moorbirke (Betula pubescens)

Die Moorbirke gilt als die nördlichste Baumart Europas und übersteht problemlos Winterfröste bis minus 40 °C. Der wissenschaftliche Name der Moorbirke bedeutet jugendliche Birke. Die Moorbirke trägt diesen Namen wegen ihres "jugendlichen Flaums", einem weichen Haarpelz auf ihren jungen Zweigen. Sie ist Spezialistin für Extremstandorte und die einzige Baumart, die auch noch auf sehr nassen Standorten in den Brüchern wächst.

Mythologisch steht die Birke für das Entstehen, den Frühling, die Jugend und ist Symbol der jungen Liebe. Noch heute gibt es den Brauch, dass man sich einander Birkenbäumchen als symbolischen Liebesbeweis an die Haustür stellt.

Torfmoose (Spaghnum spec.)

Torfmoose haben die Fähigkeit wie ein Schwamm Wasser aufzusaugen. Sie wachsen an der Spitze ständig weiter, während der untere Teil des Sprosses wegen Licht- und Luftmangel abstirbt. Mit diesen Eigenschaften sind die Moose maßgeblich an der Torfentstehung im Moor beteiligt. Sie kommen mit geringsten Nährstoffverhältnissen zurecht. Trocknen sie aus, werden sie weiß und verringern durch Reflektion die aufgenommene Sonnenenergie. Dadurch können sie dazu beitragen, weitere Verdunstung zu verhindern und den Wasserhaushalt im Moor zu regulieren. 

Die bunten Moosteppiche in den Hangbrüchern des Nationalparks Hunsrück-Hochwald werden von etwa 20 verschiedenen Torfmoosarten gebildet. Die Artbestimmung ist sehr schwierig und kann in der Regel nur unter dem Mikroskop durchgeführt werden.

Aufgrund ihrer entzündungshemmenden Wirkung hat man früher Wundverbände aus Torfmoosen angelegt. Zum Schutz der Moore sollte das Sammeln der streng geschützten Pflanzen heutzutage aber unbedingt unterlassen werden.

Pfeifengras (Molinia caerulea)
Der Name Pfeifengras bezieht sich auf die frühere Verwendung als Pfeifenreiniger. Es wird aber auch Besenried genannt, da aus den Halmen Besen gebunden wurden. Das auffällige, bultbildende (= hügelbildende) Gras ist in den Hangbrüchern sehr häufig und lässt die Moorstandorte oft schon von weitem erkennen. Pfeifengras fühlt sich auf periodisch austrocknenden Torfböden sehr wohl. Es ist also eine Pflanze, die gestörte Wasserverhältnisse (z.B. wegen Entwässerung) anzeigt.
Fleischfressende Pflanzen

Fleischfressende Pflanzen sind typisch für nährstoffarme Standorte. Um sich an die Nährstoffarmut anzupassen, haben sie Fangmethoden entwickelt, um ihren Nährstoffbedarf über kleine bis mittelgroße Insekten zu decken.

In Mooren sind drei Gattungen zu finden, Sonnentau, Wasserschlauch und Fettkraut.

Sonnentau (Drosera spec.)

Die runden Blätter der Pflanze sind mit ca. 200 rötlichen Tentakeln bestückt, an deren Ende jeweils ein kleberiger Tropfen hängt. Diese klebrige Flüssigkeit lockt bspw. Mücken an, welche an ihr hängen bleiben. Dabei lösen sie einen Bewegungsreiz aus, die Tentakel neigen sich und fixieren die Beute. Anschließend löst ein Verdauungssaft die pflanzenverwertbaren Nährstoffe (z.B. Stickstoff) aus dem Insekt.

Der Sonnentau wird schon seit dem Mittelalter zur Heilung von Hustenkrankheiten, u.a. Reizhusten, Asthma, Bronchitis, verwendet.

Wasserschlauch (Utricularia spec.)
Der Wasserschlauch schwimmt frei im Wasser ohne zu wurzeln und erreicht trotzdem eine Größe von bis zu einem Meter. Oberhalb des Wassers blühen im Sommer gelbe Blüten, Unterwasser bilden sich einige Blätter zu Fangblasen mit Härchen aus, in denen sich ein Unterdruck aufbaut. Sobald ein Tier, z.B. ein Wasserfloh, die Härchen berührt, wird dieser eingesaugt.
Fettkraut (Pinguicula)
Die fettig aussehenden Laubblätter des Fettkrautes liegen rosettig auf dem Boden und sind mit Drüsen bedeckt, welche einen Fangschleim absondern. Insekten werden von dem Schimmern des Fangschleims angelockt und bleiben auf den Blättern kleben.
Sonnentau
Wasserschlauch
Sumpf-Blutauge (Potentilla palustris)

Die Stängelblätter des Sumpf-Blutauges sind fünf- bis siebenteilig gefiedert und fingerartig angeordnet. Sie werden zwischen 20 und 70 cm groß. Zwischen Juni und Juli blühen ihre schönen roten Blüten.

Das Sumpf-Blutauge kommt hauptsächlich auf Niedermooren und Zwischenmooren vor.

Gewöhnlicher Fieberklee (Menyanthes trifoliata)
Der Fieberklee ist eine Sumpfpflanze die in Feuchtgebieten vorkommt und perfekt an nasse Bedingungen angepasst ist. Da sie sich in offenen und nährstoffarmen Gebieten am wohlsten fühlt, findet man sie oft in Mooren. Sie blüht von April bis Juni von weiß bis hellrosa in bis zu 20 Einzelblüten. Die Pflanze erreicht eine Höhe von bis zu 30 cm und hat dreiteilig gefiederte Blätter. Daher hat sie auch ihren Namen, denn ihre Blätter erinnern an Kleeblätter. Des Weiteren stammt der Name von dem früheren Mythos, dass der Fieberklee fiebersenkend sei. Dies konnte jedoch nie nachgewiesen werden. Allerdings sind die Bitterstoffe im Fieberklee appetitanregend. Der Fieberklee bildet seine eigene Gattung innerhalb der Fieberkleegewächse.

Tiere im Moor

Arktische Smaraglibelle (Somatochlora arctica)
Die Libelle mit einer Flügelspannweite von etwa sieben Zentimetern ist sehr selten. Am wohlsten fühlt sich die Libellenlarve in nährstoffarmen, sauren, moorigen Kleinstgewässern. Diese sogenannten Schlenken können durchaus im Sommer austrocknen oder im Winter komplett durchfrieren. Dabei kann die Libellenlarve bis zu drei Wochen einfrieren ohne Schaden zu nehmen. Die Larven leben oberflächennah im Moos oder im Schlamm eingegraben und warten regungslos auf Beute. Nach zwei bis drei Jahren schlüpfen dann, in der zweiten Maihälfte, die flugfähigen Libellen.
Kleine Moosjungfer (Leucorrhinia dubia)

Die kleine Moosjungfer wird zwischen 3 und 4 cm groß und zählt damit zu den kleinen Großlibellen. Sie besitzt die Gattungstypische weiße Frontpartie des Kopfes und der Hinterleib hat eine schwarze Grundfarbe. Dieser ist bei den Männchen jedoch rötlich gefleckt und bei den Weibchen gelblich gefleckt. 

Als ihren Lebensraum sucht sie sich Moorgewässer, saure Weiher oder extensiv genutzte oder aufgegeben Fischteiche mit Torfmoosvorkommen aus. Wichtig sind ihr dabei strukturierte, sonnige Gewässer. Ihre Larven legt sie in sauren, nahezu fischfreien, stehenden Gewässern ab. Die Larven schlüpfen zwischen Mai und Juni und die Flugzeit liegt zwischen Mitte Mai bis August.

Durch Degeneration von Mooren und Fischbesatz ist die kleine Moosjungfer gefährdet und wird auch in der Roten Liste Deutschland als „gefährdet“ aufgeführt.

Mooreidechse / Waldeidechse (Zootoca vivipara)
Die bis zu 18 Zentimeter lange Mooreidechse, auch als Waldeidechse bekannt, hat sich an das Leben in feuchten und kühlen Gebieten angepasst. Damit sie bei diesen Bedingungen leben und sich vermehren kann, legt sie keine Eier. Das funktioniert nur in wärmeren Gegenden, wo ihre nahen Verwandten sich bevorzugt aufhalten und die Eier von der Sonne ausgebrütet werden. Die Mooreidechse bringt stattdessen nach 3 Monaten etwa 4 bis 8 Junge lebend zur Welt. Durch diese Strategie ist sie das Reptil mit dem weltweit größten Verbreitungsgebiet.