© Thomas Stephan

Kurze Vorstellung der vier Zielarten:
Rauhautfledermaus (Pipistrellus nathusii)
Zur Wochenstubenzeit bevorzugt die Rauhautfledermaus vor allem gewässerreiche Wälder und Waldränder. Ihre Sommerquartiere befinden sich in Baumhöhlen, Stammrissen, Rindenspalten oder Gebäudespalten. Zur Jagd nutzt sie überwiegend Gewässer, Feuchtwiesen, Parks und Siedlungsbereiche, wo sie kleine Insekten jagt. Die Rauhautfledermaus gehört zu den Fernwanderern unter den Fledermäusen und legt zwischen Sommer- und Winterquartieren oft mehrere 100 km bis weit über 1.000 km zurück. Als Winterquartiere dienen vor allem Baumhöhlen, Felspalten und Mauerrisse. Gefährdet wird die Art unter anderem durch Windenergieanlagen, den Verlust von Quartierstrukturen (z. B. durch das Fällen von Höhlenbäumen und die Entnahme von Alt- und Totholz) sowie durch den Rückgang von Insekten.
Kleinabendsegler (Nyctalus leisleri)
Der Kleinabendsegler nutzt überwiegend Baumhöhlen, Fledermauskästen oder vereinzelt Gebäude als Quartiere und wechselt sein Quartier häufig. Diese Art jagt im freien Luftraum über Baumkronen, Lichtungen und Gewässer und ernährt sich von mittelgroßen Insekten. Er gehört auch zu den Fernwanderern und legt weite Strecken bis zu etwa 1.500 km zurück. Die Überwinterungsgebiete liegen größtenteils außerhalb Deutschlands. Hauptgefährdungen sind der Verlust alter Höhlenbäume, Windenergieanlagen, die Zerschneidung von Waldlebensräumen und der Rückgang von Insekten.
Mopsfledermaus (Barbastella barbastellus)
Die Mopsfledermaus lebt vor allem in naturnahen Laub- und Mischwäldern mit hohem Totholzanteil und dichter Struktur. Ihre Sommerquartiere befinden sich häufig hinter abstehender Borke oder in Spalten alter Bäume und Gebäuden. Sie jagt überwiegend entlang von Waldrändern und in mosaikreichen Landschaften und erbeutet dabei hauptsächlich nachtaktive Kleinschmetterlinge. Ihre Winterquartiere befinden sich in geschützten Kellern, Höhlen, Stollen, störungsarmen bzw. ungenutzten Eisenbahntunneln und Bunkern, meist in einem Umkreis von bis zu 40 km zu den Sommerquartieren. In milden Wintern bleiben Mopsfledermäuse ganzjährig im Wald. Gefährdungen entstehen durch den Verlust von Quartieren infolge von Waldpflege, den Rückgang von Insekten (insbesondere nachtaktiver Kleinschmetterlinge) und der Verlust von Korridoren, z. B. Hecken und Gehölze.
Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii)
Die Bechsteinfledermaus ist stark an alte, höhlenreiche Laubwälder gebunden. Ihre Sommerquartiere befinden sich in Baumhöhlen, die sie häufig wechselt. Die Winterquartiere liegen in unterirdischen Hohlräumen wie Höhlen, Stollen oder geräumigen Kellergewölben. Sie erbeutet ihre Beute häufig direkt von der Vegetation (z.B. Schmetterlinge, Fliegen, Mücken, Laufkäfer). Diese Art gilt als sehr standorttreu und jagt überwiegend im Umkreis von bis zu 1,5 km um das Wochenstubenquartier. Hauptgefährdungen sind intensive Forstwirtschaft, der Verlust von Alt- und Totholzbäumen, Rückgang von Insekten sowie die Fragmentierung von Waldlebensräumen.