Hintergrund

Blick über das Ober-Hilbersheimer Plateau

Die offene Landschaft des Hochplateaus des “Ober-Hilbersheimer Plateaus” (Vogelschutzgebiet 6014-403) mit steppenartigem Charakter bietet für viele Vogelarten, insbesondere auch Rast- und Zugvögel, einen wichtigen Lebensraum. Doch die dramatisch sinkenden Bestände, die kontinuierlich insbesondere durch die ehrenamtlichen Erfassungen von H.-G. Folz, GNOR e.V., dokumentiert wurden, belegen die stetig negative Entwicklung für viele Zielarten. Die Wiesenweihe brütet bereits seit einigen Jahren nicht mehr im Gebiet. Die Brutbestände des Kiebitzes sind ebenfalls erloschen, und auch als Rastvogel und Durchzügler ist der Kiebitz stark rückläufig. Der Feldlerchenbestand ist seit 2003 auf ein Drittel zurückgegangen. Die Gründe dafür sind vielfältig, jedoch maßgeblich durch fehlende Nahrungs- und Bruthabitate begründet. Dem negativen Trend entgegen zu wirken kann nur in Zusammenarbeit mit den landwirtschaftlichen Betrieben vor Ort gelingen!

Ziele des Projektes

Ziel des Projektes ist es, zusammen mit den regional tätigen Landwirtschaftsbetrieben bzw. in der Agrarlandschaft Tätigen die im vorhergehenden Konzeptionsprojekt erarbeiteten Schutzmaßnahmen in die Fläche zu bringen. So sollen für die Brut-, Zug- und Rastvögel günstige Lebensraumstrukturen (wieder-)hergestellt und die Nahrungsverfügbarkeit erhöht werden. Dabei sollen praktische Erfahrungen gesammelt werden, die sowohl die Entwicklung und Wirksamkeit der Schutzmaßnahmen für die Zielarten, als auch die Akzeptanz und Integrierbarkeit der Maßnahmen in den Betriebsablauf betreffen. 

Zudem sollen die im Konzeptionsprojekt ermittelten Kosten- bzw. Ertragsverlustspannen unter den örtlichen Bedingungen validiert werden. 

Dies alles geschieht auch im Hinblick darauf, dass es sich hier um einen niederschlagsarmen Hochertragsstandort handelt. Der kooperative Ansatz des Projektes soll die langfristige Etablierung der als erfolgreich evaluierten Schutzmaßnahmen im Gebiet befördern. Die Ergebnisse des modellhaften Schutzprojekts sollen zukünftig auf andere Schutzgebiete in vergleichbarer (Sach-)Lage übertragen werden können.

Schutzmaßnahmen

Die heutige intensive Landnutzung bedingt unter anderem eine Abnahme von Ackerbeikräutern und damit einhergehend einen Rückgang von Insekten als Nahrungsgrundlage für viele Vogelarten. Viele der Feldvögel sind in ihrem Lebensraum auf Stellen mit kahlem Boden oder sehr niedrigwüchsiger Vegetation zur Brut angewiesen, welche bei der heutigen effizienten Bewirtschaftung selten geworden sind. Die im Projekt geplanten Schutzmaßnahmen setzen hier an und fußen auf vogelschutzfachlicher Expertise und Erfahrungen aus anderen Schutzprojekten. Darunter sind auch die Vorarbeiten zu einem möglichen Maßnahmenkatalog verschiedener Akteure des Ober-Hilbersheimer Plateaus, allen voran der GNOR und der Stiftung Kulturlandschaft zu nennen.

Im Rahmen des Projekts sind die im Vorfeld - aus ornithologischer Sicht - abgestimmten Maßnahmen im Austausch mit der Zielgruppe der ackerbaulich aktiven Betrieben auf dem Ober-Hilbersheimer Plateau im Detail konzipiert worden. Folgende Schutzmaßnahmen sollen im Rahmen des angedachten Modellvorhabens freiwillig von landwirtschaftlichen Betrieben gegen eine finanzielle Entschädigung umgesetzt werden. Es handelt sich dabei sowohl um einjährige- als auch mehrjährige Maßnahmen:

  • Feldlerchenfenster

  • Erbsen-/Sojastreifen im Getreide

  • Strukturreiche Blühstreifen/-flächen

  • Luzerne-/Klee-/Leguminosenstreifen bzw. -flächen

  • Hohe Stoppelbrache

  • Offener Acker

  • Getreide mit doppeltem Saatreihenabstand und blühender Untersaat

Haben Sie Interesse mitzumachen? Wir würden uns freuen, nehmen Sie gerne Kontakt mit uns auf:

Telefon: 06131 165078; E-Mail: Feldvoegel(at)snu.rlp.de

Nähere Informationen zu den Schutzmaßnahmen und einer Beantragung finden Sie HIER.

Zielarten des Projekts

Als Zielarten für das OHP und Besonderheiten für Rheinland-Pfalz sind hier unter anderem das Vorkommen von Wiesenweihe und Mornellregenpfeifer zu nennen. Letzterer ist als alljährlicher Durchzügler auf dem Herbst- und Frühjahrszug in Trupps oft auf dem Plateauanzutreffen, ebenso Goldregenpfeifer, Kiebitz und andere Limikolen. Bevorzugte Rastgebiete auf dem Plateau sind die baumfreien Ackerflächen mit Stoppeläckern und entsprechend freier Rundumsicht. Unter anderem Feldlerche, Rebhuhn, Wachtel, Wiesenschafstelze und Grauammer besitzen auf dem Plateau eine besonders hohe, landesweit bedeutende Brutdichte.