Moosbeerenblüte © Margret Scholtes

© Margret Scholtes

Arten der Moore

Eine Auswahl einiger Arten bietet Ihnen die unterstehende Liste, die beim Anklicken weitere Informationen bietet oder auch unsere von der UN ausgezeichnete Broschüre Leben im Moor.

Gewöhnliche Moosbeere

Vaccinium oxycoccos

 

Die Moosbeere ist ein Zwergstrauch, der nur wenige Zentimeter hoch wird. Sie bildet dünne Ausläufer, mit denen sie weit über die Torfmoospolster kriechen und sich so ausbreiten kann. Ab August trägt sie Früchte. Diese sind anfangs weiß-rot, später rot und etwa so dick wie Johannisbeeren. Essbar sind sie auch, schmecken aber sauer.

Schon seit Jahrhunderten wird die Moosbeere wegen ihrer vielfältigen Heilkräfte medizinisch genutzt. Zum Schutz der Moore sollte das Sammeln der streng geschützten Pflanzen heutzutage aber unbedingt unterlassen werden.

Arktische Smaragdlibelle

Somatochlora arctica

Die Libelle mit einer Flügelspannweite von etwa sieben Zentimetern ist sehr selten. Am wohlsten fühlt sich die Libellenlarve in nährstoffarmen, sauren, moorigen Kleinstgewässern. Diese sogenannten Schlenken können durchaus im Sommer austrocknen oder im Winter komplett durchfrieren. Dabei kann die Libellenlarve bis zu drei Wochen einfrieren ohne Schaden zu nehmen. Die Larven leben oberflächennah im Moos oder im Schlamm eingegraben und warten regungslos auf Beute. Nach zwei bis drei Jahren schlüpfen dann, in der zweiten Maihälfte, die flugfähigen Libellen.

Moorbirke

Betula pubescens

Die Moorbirke gilt als die nördlichste Baumart Europas und übersteht problemlos Winterfröste bis minus 40 °C. Der wissenschaftliche Name der Moorbirke bedeutet jugendliche Birke. Die Moorbirke trägt diesen Namen wegen des weichen Haarpelzes, des "jugendlichen Flaums", auf ihren Zweigen. Sie ist Spezialistin für Extremstandorte und die einzige Baumart, die auch noch auf sehr nassen Standorten in den Brüchern wächst.

Mythologisch steht die Birke für das Entstehen, den Frühling, die Jugend und ist Symbol der jungen Liebe. Noch heute gibt es den Brauch, dass man sich einander Birkenbäumchen als symbolischen Liebesbeweis an die Haustür stellt.

Toorfmoos

Sphagnum spec.

Torfmoose haben die Fähigkeit wie ein Schwamm Wasser aufzusaugen. Sie wachsen an der Spitze ständig weiter, während der untere Teil des Sprosses wegen Licht- und Luftmangel abstirbt. Mit diesen Eigenschaften sind die Moose maßgeblich an der Torfentstehung im Moor beteiligt. Die bunten Moosteppiche in den Hangbrüchern des Nationalparks werden von etwa 20 verschiedenen Torfmoosarten gebildet. Die Artbestimmung ist sehr schwierig und kann oft nur unter dem Mikroskop durchgeführt werden.

Aufgrund ihrer entzündungshemmenden Wirkung hat man früher Wundverbände aus Torfmoosen angelegt. Zum Schutz der Moore sollte das Sammeln der streng geschützten Pflanzen heutzutage aber unbedingt unterlassen werden.

Mooreidechse

Zootoca vivipara

Die bis zu 18 Zentimeter lange Mooreidechse, auch als Waldeidechse bekannt, hat sich an das Leben in feuchten und kühlen Gebieten angepasst. Damit sie bei diesen Bedingungen leben und sich vermehren kann, legt sie keine Eier. Das funktioniert nur in wärmeren Gegenden, wo ihre nahen Verwandten sich bevorzugt aufhalten und die Eier von der Sonne ausgebrütet werden. Die Mooreidechse bringt stattdessen nach 3 Monaten etwa 4 bis 8 Junge lebend zur Welt. Durch diese Strategie ist sie das Reptil mit dem weltweit größten Verbreitungsgebiet.

Pfeifengras

Molinia caerulea

Der Name Pfeifengras bezieht sich auf die frühere Verwendung als Pfeifenreiniger. Es wird aber auch Besenried genannt, da aus den Halmen Besen gebunden wurden. Das auffällige, bultbildende (= hügelbildende) Gras ist in den Hangbrüchern sehr häufig und lässt die Moorstandorte oft schon von weitem erkennen. Pfeifengras fühlt sich auf periodisch austrocknenden Torfböden sehr wohl. Es ist also eine Pflanze, die gestörte Wasserverhältnisse (z.B. wegen Entwässerung) anzeigt.

© Steffen Caspari

Der Sonnentau faszinierte schon Charles Darwin.