© Barnislav Tam

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Ebenso wie andere Wildtiere, z.B. Füchse oder auch Greifvögel, die bisweilen Haus- und Nutztiere töten können, kann es auch bei Luchsen in einzelnen Fällen vorkommen, dass sie Nutz- oder Haustiere reißen und fressen. Um die Akzeptanz für die Luchse zu fördern, wurden zwei wesentliche Elemente im Managementplan Luchs festgeschrieben. Zum einen sollen Schäden an Nutztieren ausgeglichen werden und zum anderen sollen weitere Übergiffe durch die finanzielle Förderung bei der Einführung von Herdenschutzmaßnahmen vermieden werden. Zum Aufbau der Finanzierung wurde bei der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz bereits ein Entschädigungsfonds eingerichtet. Die Details für den Schadensausgleich wie auch für die Prävention bei Luchsübergriffen regelt der  "Managenemtplan für den Umgang mit Luchsen in Rheinland-Pfalz".

Die Entschädigungsleistung beruht auf freiwilliger Basis, da das Land Rheinland-Pfalz nicht für Schäden, die durch wildlebende Tiere verursacht wurden, haftet. Ein Rechtsanspruch auf Entschädigung besteht daher nicht. Der freiwillige Ausgleich von wirtschaftlichen Schäden dient der langfristigen Sicherung und Förderung der Akzeptanz gegenüber der streng geschützten Tierart Luchs und hilft den Nutztierhaltern den Umgang mit der Anwesenheit des Großkarnivoren erneut zu lernen. 

Faltblatt Nutztierhalter

Das Faltblatt "Der Luchs zurück im Pfälzerwald, Informationen für Nutztierhalter" richtet sich in erster Linie an die gewerblichen- und Hobby-Tierhalter der zukünftigen Luchsregion. In komprimierter Form wird über die wichtigsten Aspekte, z.B. Kontaktdaten im Fall eines Übergriffs, Schadenskompensation und Prävention, aus dem Luchs Managementplan des Landes informiert.

>> Risse richtig zuordnen

Nutztierübergiffe Pfälzerwald

Im Herbst 2016 kam es im Schwarzbachtal bei Leimen zu den zwei bislang einzigen Übergiffen durch einen Luchs. Im ersten Fall wurden nachweislich zwei Ziegen eines Beweidungsprojektes gerissen und vollständig gefressen. Das Projektteam fand den Riss und verständigte den Tierhalter umgehend. Einige Wochen später kam es im gleichen Tal weiter westlich bei dem selben Tierhalter zu einem Übergiff auf Schaflämmer. Insgesamt wurden in beiden Fällen 13 Tiere entschädigt, da eine Luchs-Beteiligung am Verschwinden von 7 Tieren sowie der Verletzung und späterem Tod einer Ziege nicht sicher ausgeschlossen werden konnte. In beiden Fällen waren die Weideflächen auf einer Seite nicht gezäunt, der Bach diente als Weidebegrenzung. Für den Luchs stellt ein Bach jedoch kein Hindernis dar. Es wurden Präventionsmaßnahmen ergriffen und gefördert.

Seit diesen Fällen kam es weder auf den betroffenen Weiden noch an anderer Stelle zu Übergiffen an Nutztieren.

Helfer-Netzwerk zur Prävention gegen Luchsübergriffe auf Nutztiere

Um bei den Nutztierhaltern den Arbeitsaufwand bei der Durchführung von Schutzmaßnahmen zu reduzieren, sollen ehrenamtliche Helfer die Nutztierhalter unterstützen. Das Helfer-Netzwerk wird von der SNU und dem Luchs-Projekt Pfälzerwald/ Vosges du Nord e.V. gefördert. Die Betreuung des  Netzwerks liegt beim NaturErlebnisZentrum Wappenschmiede der GNOR e.V. Einsätze der Helfer  erfolgen zur Optimierung von bereits bestehenden Zäunen, beim Zaunauf- oder -umbau oder bei der Errichtung von Notfall-Schutzzäunen nach einem Luchsübergriff.

Mehr Informationen enthält der Flyer des Helfernetzwerkes folgen Sie dafür dem >>Link

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