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Luchs und Nutztiere

Übergriffe von Luchsen auf Nutztiere sind selten, auch in Gebieten, in denen die Tiere leicht erreichbar für den Luchs sind. Es kann jedoch vorkommen, dass Luchse kleinere bis mittelgroße Nutztiere, wie Schafe oder Ziegen, reißen. Größere Tiere, wie Rinder oder Pferde, sind aufgrund ihrer Körpergröße und ihrer Wehrhaftigkeit nicht durch Luchse gefährdet. Um die Akzeptanz für die Luchse bei Nutztierhaltern zu fördern, wurden zwei wesentliche Elemente im Managementplan Luchs festgeschrieben. Zum einen sollen Schäden an Nutztieren ausgeglichen werden und zum anderen sollen durch die finanzielle Förderung von Herdenschutzmaßnahmen weitere Übergriffe vermieden werden. Zum Aufbau der Finanzierung wurde bei der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz bereits ein Entschädigungsfonds eingerichtet. Die Details für den Schadensausgleich wie auch für die Prävention bei Luchsübergriffen regelt der "Managementplan für den Umgang mit Luchsen in Rheinland-Pfalz".

 

 

Die Entschädigungsleistung beruht auf freiwilliger Basis, da das Land Rheinland-Pfalz nicht für Schäden, die durch wildlebende Tiere verursacht wurden, haftet. Ein Rechtsanspruch auf Entschädigung besteht daher nicht. Der freiwillige Ausgleich von wirtschaftlichen Schäden dient der langfristigen Sicherung und Förderung der Akzeptanz gegenüber der streng geschützten Tierart Luchs und hilft den Nutztierhaltern den Umgang mit der Anwesenheit des Großkarnivoren erneut zu lernen. 

Faltblatt Nutztierhalter

Das Faltblatt "Der Luchs zurück im Pfälzerwald, Informationen für Nutztierhalter" richtet sich in erster Linie an die gewerblichen- und Hobby-Tierhalter der zukünftigen Luchsregion. In komprimierter Form wird über die wichtigsten Aspekte, z.B. Kontaktdaten im Fall eines Übergriffs, Schadenskompensation und Prävention, aus dem Luchs Managementplan des Landes informiert.

>> Risse richtig zuordnen

Nutztierübergriffe Pfälzerwald

Seit Beginn der Wiederansiedlung 2016 wurden vier Übergriffe auf Nutztierherden registriert.

Die ersten beiden Übergriffe fanden im Herbst 2016 im Schwarzbachtal bei Leimen statt. Im ersten Fall wurden nachweislich zwei Ziegen eines Beweidungsprojektes gerissen und vollständig gefressen. Einige Wochen später kam es im gleichen Tal weiter westlich bei demselben Tierhalter zu einem Übergriff auf Schaflämmer. Für beide Übergriffe war Luchskuder „Lucky“ verantwortlich. Insgesamt wurden in beiden Fällen 13 Tiere entschädigt, da eine Luchs-Beteiligung am Verschwinden von 7 Tieren sowie der Verletzung und späterem Tod einer Ziege nicht sicher ausgeschlossen werden konnte. In beiden Fällen waren die Weideflächen auf einer Seite nicht gezäunt, der Bach diente als Weidebegrenzung. Für den Luchs stellt ein Bach jedoch kein Hindernis dar. Es wurden Präventionsmaßnahmen ergriffen und gefördert.

Im Herbst 2018 kam es erneut zu einem Übergriff auf dieselbe Ziegenherde im Schwarzbachtal, diesmal durch einen anderen Luchs, den Kuder „Juri“, der im März 2018 aus der Schweiz in den Pfälzerwald umgesiedelt wurde. Es wurden zwei Ziegen tot aufgefunden, eine weitere Ziege wurde verletzt, konnte jedoch durch tierärztliche Behandlung vollständig kuriert werden. Die Herde war auch in diesem Fall nicht vollständig eingezäunt. Da eine vollständige Zäunung der Herde auf dieser Weide zu diesem Zeitpunkt nicht möglich war, wurden die Tiere vorsorglich von der Fläche genommen.

Der vierte Übergriff fand im März 2019 am Donnersbergkreis statt, und wurde nach den Ergebnissen einer DNA-Probe sehr wahrscheinlich durch den Kuder „Alfi“ während einer Erkundungstour verursacht. Es wurde ein Lamm gerissen, ein weiteres Lamm wurde vermisst und war nicht mehr auffindbar. Die Tiere wurden innerhalb eines nicht-elektrifizierten Festzaunes gehalten. Dem Halter wurde entsprechend dem Luchs-Managementplan des Landes Rheinland-Pfalz der entstandene Schaden erstattet.

Helfer-Netzwerk zur Prävention gegen Luchsübergriffe auf Nutztiere

Um bei den Nutztierhaltern den Arbeitsaufwand bei der Durchführung von Schutzmaßnahmen zu reduzieren, sollen ehrenamtliche Helfer die Nutztierhalter unterstützen. Das Helfer-Netzwerk wird von der SNU und dem Luchs-Projekt Pfälzerwald/ Vosges du Nord e.V. gefördert. Die Betreuung des  Netzwerks liegt beim NaturErlebnisZentrum Wappenschmiede der GNOR e.V. Einsätze der Helfer  erfolgen zur Optimierung von bereits bestehenden Zäunen, beim Zaunauf- oder -umbau oder bei der Errichtung von Notfall-Schutzzäunen nach einem Luchsübergriff.

Mehr Informationen enthält der Flyer des Helfernetzwerkes folgen Sie dafür dem >>Link

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