Uralte Baumriesen im Kreis Mayen-Koblenz

leben weiter.

 

Im Rahmen des Projektes JUNGE RIESEN konnten im Kreis Mayen-Koblenz 240 Jungbäume nachgezüchtet werden, die nun die Geschichten ihrer Vorfahren weitertragen.

Alte, große Bäume prägen teils seit Jahrhunderten viele Orte im Kreis Mayen-Koblenz. Von 35 dieser sogenannten "Alten Riesen" wurden Nachkommen gezogen, die jetzt neu ausgepflanzt werden.

Insgesamt konnten im Rahmen des Projektes JUNGE RIESEN im Kreis Mayen-Koblenz 240 Jungbäume nachgezüchtet werden, die nun die Geschichten ihrer Vorfahren weitertragen. Die kleinen Bäumchen werden von den Eigentümer:innen der Altbäume und anderen interessierten Bürger:innen im Landkreis Mayen-Koblenz nun wieder gepflanzt. Viele Setzlinge gingen zurück in ihre Herkunftsgemeinden.

Besonderes Augenmerk wird darauf gelegt, dass die jungen Bäumchen sicher groß werden können, heißt es vom Kreis. Damit sich auch künftige Generationen daran erfreuen können. Der Kreis Mayen-Koblenz hatte als einer von sieben Landkreisen in Rheinland-Pfalz an dem Nachzucht-Projekt teilgenommen.
 

Nachzucht uralter Bäume mit Samen und Stecklingen
Der Startschuss liegt schon eine Weile zurück: 2018 sammelte Patrick Lemmen von der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz (FAWF) Samen und Stecklinge der "Alten Riesen" im Kreis Mayen-Koblenz, um über die Nachkommen möglichst auch deren genetisches Material zu erhalten. Bei einer alten Linde, die keine Samen mehr gebildet hatte, wurde über Pfropfung auf Wurzelunterlagen eine kleine Linde herangezogen.


"Besonders beeindruckt hat mich die Baumallee auf dem Karmelenberg. Hier dürfen beeindruckende Bäume in Würde altern und einmalige Strukturen ausbilden," sagt Lemmen. Die Baumallee in Bassenheim hat ihren Ursprung im Jahr 1662 und wurde am Pilgerpfad gepflanzt, der zur Marienkapelle führt. Unter den weiteren Alten Riesen im Kreis Mayen-Koblenz sind Eichen, Linden, Rosskastanien, Eschen aber auch einzelne Exemplare von Bergahorn, Blutbuche, Douglasie, Maulbeere, Mehlbeere, Platane, Ölweide, Wacholder, Walnuss und die sehr seltene Schwarzpappel.

Um Alte Riesen im Kreis Mayen-Koblenz ranken sich viele Geschichten
Neben ihrem hohen ökologischen Wert haben diese Bäume oft eine besondere Faszination für die Menschen", weiß Metke Lilienthal von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz. Unter der riesigen Eiche in Kehrig, die damals bereits rund 150 Jahre alt war, sollen 1794 die Truppen Napoleons eine Feldküche aufbaut haben. Die mächtige Platane auf dem Marktplatz in Polch wurde vor über 130 Jahren an der Wilhelms-Allee vor dem Bürgermeisteramt gepflanzt.

"Um viele dieser Bäume ranken sich Geschichten und Anekdoten."- Metke Lilienthal von der Stiftung Natur und Umwelt Rheinland-Pfalz. Über andere Bäume wiederum ist nur wenig bekannt. So zum Beispiel über den Bergahorn mit einem Stammumfang von fast drei Metern an einer Wegkreuzung in Münstermaifeld-Metternich. Ein über 90 Jahre alter Einwohner kennt ihn schon aus der Kindheit. "Der war schon groß, als ich klein war."

Hintergrund
Die SNU setzt sich zusammen mit der Forschungsanstalt für Waldökologie und Forstwirtschaft Rheinland-Pfalz (FAWF) für die Nachzucht dieser alten Bäume, den Alten Riesen ein. Ausgewählte Bäume werden über Samen- und Stecklingsvermehrung nachgezogen und als Junge Riesen ausgepflanzt. Seit 2011 wurden in sieben Landkreisen mehr als 300 Bäume beprobt. 

Filmbeitrag im SWR

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