Abschluss der Moorwiedervernässung im Nationalpark Hunsrück-Hochwald durch das Bergwaldprojekt

Im Rahmen des Förderprogramms der EU für Umwelt, Naturschutz und Klimapolitik EU-LIFE ist vom 2. Mai bis 15. Mai 2021 das Bergwaldprojekt nochmals im Nationalpark Hunsrück-Hochwald im Einsatz. Dafür kommen MitarbeiterInnen des Bergwaldprojekts in den Hunsrück, um dort ein Hangmoor zu renaturieren. Das Moor soll damit langfristig wieder seine Funktionen als Kohlenstoffspeicher und als Lebensraum spezialisierter Arten erfüllen. Mit den nun stattfindenden Arbeiten findet ein mehrjähriges Projekt nun seinen Abschluss nachdem im vergangenen Jahr die Arbeiten aufgrund der Corona-Pandemie ruhen mussten.

Bei der langjährigen Zusammenarbeit von Bergwaldprojekt e.V., der Stiftung für Natur und Umwelt und dem Nationalpark Hunsrück-Hochwald werden die MitarbeiterInnen des Bergwaldprojekts an der Wiedervernässung eines stark gestörten Hangmoors, dem Thranenbruch, tätig. Ohne diese Arbeiten würde aufgrund der starken Entwässerungen aus früherer Zeit ein bedeutender Teil der Brücher weiter austrocknen und letztlich völlig verschwinden. Im Hochwald des Hunsrücks bilden die seltenen Hangbrücher ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal. „Diese Besonderheit war auch einer der Hauptgründe, das Gebiet als Nationalpark auszuweisen“, erklärt Jan Hoffmann von der Stiftung Natur und Umwelt. „Durch die langjährige Zusammenarbeit mit dem Bergwaldprojekt strahlt das Projekt auch über Rheinland-Pfalz hinaus“, freut sich Hoffmann. „Unsere gemeinsam entwickelten Standards wurden beispielsweise auch in den Nationalpark Bayerischer Wald oder in den Jasmund exportiert.“

Der Arbeitseinsatz war ursprünglich mit Freiwilligen aus ganz Deutschland geplant. Die aktuellen Entwicklungen der Corona-Pandemie machten dies jedoch unmöglich. Um eine erneute Verschiebung der wichtigen Abschlussarbeiten zu verhindern, hat sich das Bergwaldprojekt kurzfristig entschlossen, die noch notwendigen Arbeiten nun mit seinen eigenen MitarbeiterInnen zu leisten. „Moore sind nicht nur wichtige Rückzugsräume für seltene Tier- und Pflanzenarten“, so Lutz Rohland, Projektleiter beim Bergwaldprojekt, „sondern auch bedeutende Wasser- und Kohlenstoffspeicher. Das wissen auch meine KollegInnen und daher wollten wir diese wichtige Arbeit nun auch endlich im Hunsrück zum Abschluss bringen.“ Für die Arbeiten im Moor findet ein eigens für Arbeitseinsätze des Bergwaldprojekts entwickeltes Hygienekonzept Anwendung, um für die maximale Sicherheit der MitarbeiterInnen zu sorgen.

Der Einsatzort

Die Hangbrücher im Hunsrück wurden vor ca. 150 bis 200 Jahren massiv entwässert, um auf dem Gebiet Holz zu produzieren. Durch die Entwässerung und den Anbau von Fichten wurden die Hangmoore stark degradiert und die Ökosystemfunktionen dieser seltenen Biotope extrem gestört. Das EU-LIFE Projekt versucht einen Teil der in der Vergangenheit durchgeführten Maßnahmen rückgängig zu machen, um der Natur die Möglichkeit zu geben, ein Mosaik an Brüchern, feuchten Wäldern und Wasserläufen (wieder) zu entwickeln.

Bergwaldprojekt e.V. 

Das Bergwaldprojekt e.V. mit Sitz in Würzburg organisiert deutschlandweit Freiwilligen-Wochen mit jährlich mehr als 3.000 Teilnehmenden und über 140 Projektwochen an verschiedenen Standorten. Ziele der Arbeitseinsätze sind, die vielfältigen Funktionen der Ökosysteme zu erhalten, den TeilnehmerInnen die Bedeutung und die Gefährdung unserer natürlichen Lebensgrundlagen bewusst zu machen und eine breite Öffentlichkeit für einen naturverträglichen Umgang mit den natürlichen Ressourcen zu bewegen. Der Verein finanziert sich größtenteils aus Spenden.

Mehr Informationen

Pressekontakt:

Jan Hoffmann
Stiftung Natur und Umwelt
Tel: 06131 165070
E-Mail: Jan.Hoffmann(at)wald-rlp.de
www.life-moore.de

Lena Gärtner
Pressearbeit Bergwaldprojekt e.V.
Telefon: 0931-99122011
E-Mail: presse(at)bergwaldprojekt.de
Projektleiter Bergwaldprojekt 1. Woche: Lutz Rohland – Tel. 0174-1335060
Projektleiter Bergwaldprojekt 2. Woche: Urla Ewender – Tel. 0151-21529710

Das Pressefoto in druckfähiger Ausführung von einem früheren Einsatz können Sie hier kostenfrei herunterladen. Das Copyright liegt beim Bergwaldprojekt e.V.
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